Cold-Calls am heiligen Samstag

Von Versatel hab ich ja schon lang nichts mehr gehört – ich hätte mich auch nicht mehr angerufen, so unfreundlich wie ich das letzte Mal war. Diesmal hat sich Kabel-BW getraut, meinen Samstag zu stören, und dass mich der aufdringliche Herr die ganze Zeit mit „Frau H.“ angesprochen hat, war meinem Interesse an seinem Angebot nicht gerade zuträglich. Das gute an Cold-Calls am Wochenende (oder während der Simpsons –> Todsünde) ist, dass man so langsam lernt, am Telefon kreativ und aus dem Stegreif effektiv zu lügen.

Allerdings sollte ich mir abgewöhnen, am Telefon zu behaupten, ich hätte aus religiösen Gründen kein Telefon. Das wirkt nur ein paar Sekunden, dann kriegen die das spitz.

Sowas fahren Musiker nicht

Es hatte doch schon fast etwas bemitleidenswertes, wie die zwei Männer vor unserem Proberaumkomplex versucht haben, zwei (eigentlich nicht so große) Lautsprecher in einem Porsche Boxster (S! Cabrio!) unterzubringen. Einer ging wohl noch auf den Beifahrersitz, der zweite war leider nirgends mehr unterzubringen. Die Sorte Auto hat eben leider keinen Kofferraum, dafür drei Handschuhfächer.

Aber echte Musiker fahren ja auch keinen Porsche.

Und weg war die Zeitmaschine

So wie man im Auto gelegentlich mal nach dem Öl guckt, hab ich am Wochenende mal meinem Macbook befohlen, seine Filesysteme zu checken – nicht dass mich ein Fehlerle dort mal unerwartet trifft. Die Empfindlichkeit bei Filesystemen hab ich mir wohl bei etlichen Datenverlusten mit ReiserFS angewöhnt – auch die Angewohnheit, streng und regelmäßig Backups anzulegen, rührt daher. Backups macht einem das MacOS danke TimeMachine ja extrem einfach.

Ein ausgiebiger Check (ist ja ne große Platte) und es stand fest, dass es der Festplatte hervorragend geht – fehlte noch die externe Festplatte – auf der liegen ja, neben ein paar anderen weniger wichtigen Dateien – die Backups. Da das ne ziemlich große Platte ist mit sehr sehr vielen Dateien, hab ich das angeleiert und bin erst mal Eisessen gegangen.

Meine Eisdiele hat aber leider noch Winterpause und nach ner Stunde war ich wieder da und „freue“ mich über folgende Meldung:

„The volume BigBackup needs to be repaired.“

Das restliche Wochenende war der Mac sehr beschäftigt mit:

  • 1. Reparaturversuch (1 Stunde) — fehlgeschlagen
  • 2. Reparaturversuch (2 Stunden (!)) (einfach nochmal geklickt) – auch nix
  • 3. Reparaturversuch übers Terminal — (nochmal 2 Stunden (über Nacht)) — Detaillierte Fehlermeldung, die ich leider nicht verstanden habe (okay, einiges hat wohl nicht gestimmt). Ich mache mir langsam Sorgen um die „weniger wichtigen“ Daten.
  • 4. Reparaturversuch mit „Rebuild Catalog“-Funktion — abgebrochen nach 3 Sekunden wg. fehlerhaftem Filesystem… oooch
  • Platte abgeklemmt und frisch drangeklemmt – OSX startet selbsttätig einen 5. Reparaturversuch im Hintergrund (nochmal 2 Stunden)
  • OSX meldet sich mit einem Fehler, die Platte hätte irreparable Schäden am Filesystem und wird im „Nur-Lesen“-Modus geöffnet. Erleichtert bringe ich meine „weniger wichtigen“ Daten in Sicherheit.
  • Für die Backup-Daten hab ich leider nirgends sonst Platz – Auf Wiedersehen Backups – Hallo frische Backups.

Im Nachhinein hats mich zwar meine Backups von gut einem Jahr gekostet – aber ich bin doch froh, dass ich es jetzt gemerkt hab und nicht dann, wenn ich das Backup wirklich brauche. Das wichtigste Backup ist doch sowieso das aktuelle 🙂

Was hab ich gelernt? Traue keinen externen Platten 🙂

Schlösser und Flügel

Heute hatte ich das Vergnügen mit dem Grinsverkehr im Schloss Hohenheim spielen zu dürfen. Ich muss schon sagen, da hat Stuttgart ein wirklich schönes Schlösschen stehen – hier gibts auch ein paar (reichlich kleine) Fotos vom Marmorsaal, den wir bespielen durften. Ich konnte leider mangels Fotoapparat selbst keine schießen.

Solche Orte sind für einen Pianisten nicht so einfach – hohe, glatte (Marmor-)Wände reflektieren den Schall sehr gut und hallen nach. Insbesondere wenn die Schauspieler sprechen, muss man sich sehr zurücknehmen. So ein Flügel (ein alter, aber gut gepflegter Steinway wars) ist auch geschlossen ziemlich laut – da darf man die Tasten grade mal vorsichtig streicheln – sonst versteht niemand mehr die Schauspieler.

Schade eigentlich – ein schöner Konzertflügel läd doch geradezu dazu ein, mal ordentlich ‚reinzugreifen‘.

Gary Moore klaut den Blues?

Grade les ich auf SPON, dass jetzt ein Gericht festgestellt hat, Gary Moore’s „Still got the Blues“ sei tatsächlich – bewusst oder unbewusst – geklaut.

Als Musiker, der gelegentlich auch mal an einem Stück (mit)baut kann ich sagen, dass das durchaus mal passieren kann: man hat einen Melodie- oder Begleitungslauf im Kopf und findet den klasse – spielt ihn ein. Und der Hinterkopf sagt einem nicht, dass man diesen Lauf vor zwei Wochen im Radio gehört hat. Ein halbes Jahr später sagt einem dann ein Freund „Du, der Teil klingt ja genau wie <…>“. Hoppla.

Leider machen das manche Leute auch absichtlich.

Mein (an mir leider gescheiterter) Gitarrenlehrer Claus hat mich aber darauf hingewiesen, dass fast alle Hits von Gary Moore ihre Harmonieläufe von alten Jazzstandards haben. So ist auch „Still got the Blues“ nicht unbedingt komplett aus Jud’s Gallery’s „Nordrach“ geholt – die Harmonien sind nochmal 40 Jahre älter und aus einem wundervollen Stück von Joseph Kosma: Autumn Leaves. Und dieses Stück wurde seither von einem großen Haufen großer Musiker interpretiert.

Nachtrag: Hier das Original „Nordrach“ von Jud’s Gallery – der Teil um den gestritten wird, geht ab 5:20 los.

Und hier „Autumn Leaves“ von Nat King Cole:

Oder eine sehr erfolgreiche von Diana Krall:

Oder unplugged – eine wunderschöne Version von Eva Cassidy:

Verdammt kalt…

Richtig – in den Wagenhallen war es zwar wirklich schön – nette Betreuung, super Atmosphäre, nette Leute, lauter völlig verschiedene Künstler. Allerdings fand ichs auch ziemlich kalt dort.

Mein Hals offensichtlich auch, zumindest hab ich heute ein Stück Schmirgelpapier im Rachen und versuche das heute mit ordentlich Tee und Honig zu glätten.

Aber der Silent Friday ist eine wirklich schöne Veranstaltung. Ich hoffe, dass wir mit Béchamel dort vielleicht auch mal auf die Bühne dürfen.

Die Wagenhallen selbst sind – wie ich gehört habe – stark gefährdet von Stuttgart 21. Wenn man selbst mal vor Ort ist, dann wird man sich bewusst, was die Herren Politiker für ihr Denkmal alles opfern wollen.

Nachtrag: Da war ich offensichtlich falsch informiert. Das war (diesmal) garnicht Stuttgart 21 – Danke an Melii für die Info.

Alles beisammen

Das wollte ich ja eigentlich schon im Rahmen des Themewechsels machen – vorbereitet war die Seite schon länger: Sämtliche Musikstücke von BCC und mir sind jetzt schön übersichtlich zusammengefasst auf einer Musikseite.

Grund für das Theme war für mich eigentlich nur, dass ich etwas gesucht habe, was eine Leiste unter dem Titel hat. Im Standard-Theme gibts das leider nicht und selbst wollte ich keins programmieren (Das wäre sowieso ne Katastrophe geworden).

Macstinenz

Gestern am späten Abend hat sich die Festplatte meines treuen Macbooks mit einem schabenden Geräusch von den Lebenden verabschiedet.

Morgen werd ich’s dann mal beim Gravis vorbeischaun und mal gucken, wie lang die brauchen um da eine neue Platte reinzumontieren – ich hoffe mal, dass das nicht länger als eine Woche dauert – aber ich hab schon verschiedenste Erfahrungsberichte gehört…

Jetzt also wieder mac-frei merk ich grad, wie ich doch mit meinen Daten vom Macbook abhänge – Banking, E-Mail, Kalender – das geht rudimentär auch mit Online-Tools. Die Daten ansich sind ja zum Glück in der Time-Machine gesichert. Aber ohne OSX ist an einen FileVault-Container nicht so wirklich ranzukommen. Naja – lieber „kurzfristig nicht verfügbar“ als „weg“.

Update: Gravis meint, 1-2 Wochen müsste ich schon warten. Ziemlich hoher Schnitt für eine Aktion, die bei anderen Notebooks 10 Minuten dauert.

Empty Streets

Habe heute im Rahmen eines gemütlichen Ausruhsonntag (und einer kurzen Bugsuche in Cubase, die ich dann radikal per Downgrade abgekürzt hab (Und ja, ich hab einen Bugreport geschrieben)) mal wieder etwas Musik gestöbert – diesmal allerdings im eigenen iTunes und dann Quersuche auf YouTube.

Weil dort hab ich dann eine der wichtigeren Inspirationsquellen für die Musik von Bad Can City wiedergefunden. Wenn jemand weiß, wie man diesen verträumten House-Stil nennt (und bitte nicht „Chill“ oder „Deep“) würde ich mich freuen, per Kommentar weitergebildet zu werden 🙂