Die Macht des Publikums

Gestern ist mir das noch mal sehr klar geworden, welche unglaublich wichtige Rolle das Publikum bei einem Live-Auftritt spielt. Gestern war’s zwar keine Musik, sondern Impro-Theater – das ist ohne Publikum so oder so nicht möglich – aber die Regel gilt generell: Je besser das Publikum drauf ist, desto besser wird der Auftritt.

Ich kann mich noch sehr lebhaft an meine Turniertanz-Zeiten erinnern (was jetzt auch mehr als 10 Jahre her ist) – da konnte man das sehr leicht beobachten: Ein Paar ist auf der Tanzfläche – Such dir ein paar Gleichgesinnte und dann brüll deren Startnummer. Der Effekt ist beeindruckend: Die Haltung des Paares wird besser, Gesichter hellen sich auf – es ist wie als würde man das paar ‚aufladen‘.
Nichts anderes passiert auf einer Bühne. Das Publikum ist für den größten Teil der Bühnenenergie verantwortlich. Wenn Du auf der Bühne groovst und die Leute vor der Bühne grooven mit, fangen an zu tanzen und letztendlich auch zu klatschen — das ergibt eine positive Rückkopplung: Je mehr Spaß das Publikum hat, desto mehr Spaß hat die Band – und desto größer die Motivation.
Aber umgekehrt funktioniert diese Rückkopplung leider auch. Wenn die Leute keinen Spaß haben, dann wirkt sich das auch auf das Bühnenklima aus. Wenn der Funke nicht überspringen will, bleibt der Band häufig nichts anderes übrig, als ’sich selbst genug zu sein‘. Die vorgetäuschte gute Laune bringt einen glücklich bis zum Schluss und die Zugabe fällt dann ja (glücklicherweise) eh aus. Solche Gigs gibts, das weiß jeder Musiker.

Das Publikum hat enormen Einfluss auf das Gelingen des Abends. Je besser die Meute drauf ist, desto mehr Spaß macht es allen!

Das Publikum im Merlin gestern war übrigens fast verschwörerisch gut 😀 Ich hab jetzt noch das Grinsen im Gesicht.

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