Facts & NonFacts über einen Ex-WoW-Zocker

Seit Februar hab ich jetzt mit dem teilweise intensiven (aber nie exzessivem) Zocken von WoW aufgehört – was leichter gefallen ist, als ich ursprünglich gedacht hab. (Außer der Abschied von meiner hervorragenden Gilde). Jetzt trag ich mal ein paar Fakten zusammen, einige die stimmen, einige, von denen ich geglaubt habe, dass sie eintreten würden.

  • Ich schlafe mehr
    Nicht wahr. Ich schlafe unregelmäßiger. Ein Raidabend hat normalerweise um 23:00 (± 15 Minuten) aufgehört – danach direkt ins Bett. Heute schwankt das je nachdem, was ich abends tu. Musik-Abende (Jam-Sessions, Auftritte oder Proben) gehen fast immer spät – an Abenden wo ich zuhause bin, lieg ich dagegen meistens kurz nach Zehn im Bett. Falls mich mal ein Abend packt, am Computer & Klavier, dann kann’s auch mal 3 werden – trotzdem klingelt der Wecker um 6.
  • Ich lerne Gitarre.
    Nicht wahr. Das ist keine Zeit- sondern eine Talentfrage – und für Gitarre hab ich wohl keins.
  • Ich mache mehr Musik.
    Absolut wahr. Saxattack wurde vollständig und ist mittlerweile zweimal aufgetreten – mit viel Erfolg. Außerdem zeichnet sich langsam noch ein weiteres Projekt ab, das sich sehr vielversprechend anfühlt.
  • Ich sehe mehr fern (sozusagen als Kompensation).
    Nicht wahr – keine Zeit.
  • Ich lese wieder mehr.
    Wahr – wenn auch nichts literarisch anspruchsvolles – der Bücherstapel auf meinem Nachttisch ist aber wieder in Bewegung.
  • Ich spiele genauso viel, nur andere Sachen.
    Nicht wahr. Vor WoW war ich leidenschaftlicher Ego-Shooter und RPG-Fan (Neverwinter Nights & Baldur’s Gate) – WoW selbst hat mich dann zum Multiplayer-Freund konvertiert – und das bin ich geblieben – allerdings ohne Internet. Lieber Wii-Sports, Mario Party & Rayman. Und das geht am besten zu viert mit einer Flasche Pfälzer Wein 🙂
  • Ich vermisse WoW bzw. die Leute dort
    Wahr – aber nicht genug, um wieder damit anzufangen.

Insgesamt ist WoW ein wirklich interessantes Spiel mit einer unglaublich hohen Langzeitmotivation. Allerdings frisst es Zeit wie kaum etwas anderes und man läuft Gefahr, die Kontrolle zu verlieren bzw. zu viel Ressourcen auf dieses Spiel zu verwenden. Bei mir war es „nur“ fast die gesamte Freizeit aber ich habe im Spiel Menschen kennengelernt, die eindeutig ihr wirkliches Leben vernachlässigen und dadurch Freunde, Partner oder Job verloren haben oder zu verlieren drohen.

6 Gedanken zu „Facts & NonFacts über einen Ex-WoW-Zocker

  1. Hehe… ich habe auch im Februar – kurz nach dem Erscheinen von Burning Crusade – mit dem Spielen aufgehört. Und seitdem habe ich zumindest mehr Zeit für mein und andere Blogs und auch für das Lesen von Offline-Lektüre.

    Mit den Gildenleuten habe ich teilweise auch noch Kontakt. Ein schönes Beispiel ist aber, dass ich damals Dark Age of Camelot gespielt habe. Das ist nun ca. drei Jahre her, aber dennoch habe ich zu meiner damaligen Gilde noch Kontakt und wir treffen und ab und an sogar noch im „Real life“ (obwohl wir über ganz Deutschland verteilt sind…).

    Insgesamt kann ich es absolut bestätigen, dass gerade Online-Rollenspiele extrem süchtig machen und ich viele Leute kenne, die darüber hinaus nichts mehr machen, Job und Familie vernachlässigen. Ich denke, man muss hier immer die Mischung finden… achja, das erinnert mich daran, dass ich beim Release von Starcraft II erst einmal 2 Wochen Urlaub brauche 😉

  2. Uii .. Starcraft – da war ja noch was… Das wird ne Überwindung, nicht doch die ein oder andere Probe abzusagen 🙂

    Zu alten Gildenfreunden habe ich außer über deren Foren und gelegentliches ICQ recht wenig Kontakt – auch weil sich beim Gespräch dann doch wieder alles um WoW dreht. Da können die Menschen noch so nett sein, aber durch diese Fixierung grenzen sie sich von mir bzw. ich mich von ihnen dann doch wieder ab.

    Sehr schade – ich stimme für mehr Partyspiele! Dance Dance Revolution!

  3. Ja ja. Kenn ich. Hab drei Mal damit angefangen und zwei Mal damit aufgehört. Zwar spiel ich gerade nicht, aber ich würde gerne wieder. Ich denke, ich höre damit auch ein drittes Mal auf. Es ist einfach gewohnt, wenn man chon von Anfang an dabei ist. Das langweilt. Vor allem, wenn ich da an die ganzen Zeit aufwendigend Raids denke. Gääähn.

  4. Hmm… Raiden fand ich immer spannend. Klar – als Heiler – man fühlt sich halt wohl, wenn man gebraucht wird 🙂

    Aber organisieren wollte ich das nie – großen Respekt an die Leute, die sich immer drum gekümmert haben, die 40 Mann zusammenzukratzen.

  5. Pingback: Sechs Bildschirme für World of Warcraft » smileblue.com

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